Freitag, 13. Februar 2015

Maultäschle


Hinter den Titel gehört eigentlich ein Ausrufezeichen. Also Maultäschle! 

Denn um die schleiche ich schon seit ewiger Zeit herum. Ganz viel habe ich schon gelernt, so als Bekenntnis-Schwäbin. Spätzle kann ich schaben, Knöpfle reiben, Schupfnudeln rollen, Sauerkraut anmachen, Linsen kochen. 

Doch Maultaschen - nee, das war mir immer ne Nummer zu schwierig. Alleine schon die Lösung des Rätsels, wie man sie richtig gefaltet bekommt - schließlich sind Maultaschen keine Ravioli, sondern gehören irgendwie gewickelt, damit es nachher mehrere Nudelschichten pro Maultasche gibt. 
Und dann natürlich die Frage der Füllung. Was um aller Welt gehört in eine vegetarische Maultasche, damit sie schwäbisch schmeckt und nicht wie ein Ricotta-wie-auch-immer-Zwitter zwischen Maultasche und Ravioli?

Und so vergingen die Jahre, eines ums andere. Immer mal wieder zog ich Kochbücher zu Rate, doch keines konnte mich überzeugen. Und auch für dieses Kochbuch brauchte ich einen langen Anlauf, um mich endlich an die Maultaschen zu wagen, nämlich gefühlte zwanzig nachgekochte Gerichte, die allesamt mindestens überzeugend, wenn nicht gar begeisternd waren. 

Und was soll ich sagen: Dank "Deutschland vegetarisch" von Stevan Paul habe ich auch das Maultaschen-Mirakel gelöst und bin dem schwäbischen Traum einen großen Schritt näher gekommen!

Rezept für vier Portionen

Teig
3 Eier
300g Mehl Typ 550
50g Hartweizengrieß
Salz
1 Eigelb
1 EL Sahne

Füllung
300g Spinat
800g fein gewürfelte Gemüsezwiebeln
20g Butter
2 EL Sonnenblumenöl
1 zerdrückte, gehackte Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Zucker
100g Semmelbrösel
150g geriebenen Bergkäse
2 Eier
50ml Sahne
Muskatnuss

Zubereitung 
Zunächst den Teig vorbereiten. Hierfür Mehl, Hartweizengrieß und Salz vermischen, die Eier mit 50ml Wasser verquirlen und einarbeiten, bis man einen glatten, festen Teig hat. In Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. 

Währenddessen die Füllung zubereiten. Den Spinat putzen, waschen und trocken schleudern. Die Butter in einem großen Topf schmelzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam goldbraun braten. Mit dem Knoblauch, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Den Spinat hinzugeben und weiter schmoren, bis er zusammengefallen und alle Flüssigkeit verdampft ist. Dann die Semmelbrösel zugeben und für weitere zwei Minuten rösten. 

Die Zwiebel-Spinatmasse erkalten lassen und den geriebenen Käse, die Sahne und die Eier hinzugeben. Gut vermischen und noch einmal mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen. 

Den Teig in vier Teilen mit Hilfe der Nudelmaschine zu dünnen Bahnen ausrollen. Die Bahnen längst vor sich auf die Arbeitsplatte legen, leicht mit dem verquirlten Eigelb-Sahne-Geschmisch bestreichen und auf das jeweils obere Drittel die Füllung geben. Die Nudelbahn dann nach unten umschlagen, leicht andrücken und noch einmal umschlagen.  Gut andrücken und dann die lange, gefüllte Nudelbahn alle paar Zentimeter mit dem eingemehlten Stiel eines Holzlöffels fest eindrücken und an dieser Stelle dann mit Hilfe eines Messers trennen. 

Die Maultaschen dann in siedender Brühe 10 Minuten garen und servieren. 

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer! 

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