Freitag, 21. November 2014

Erdäpfelgulasch


Wir leben zwar auf dem Land, aber nicht auf dem Mond. Als ehemalige Großstädter und dann auch noch mit beruflichen Interesse nehmen wir gesellschaftliche Trends und Entwicklungen durchaus wahr. Dabei hilft dann auch in der Tat der distanzierte Blick, den man als Dörfler auf das Treiben der trendigen Großstädter hat. Ich bin mir sicher, dass keinem Werktätigen, der in die U2 am Schlump morgens auf dem Weg zur Arbeit einsteigt, noch auffällt, dass 80% aller Mitfahrenden weiße Fäden aus den Ohren hängen und es bei 100% unmöglich ist, Blickkontakt aufzunehmen, weil die Blicke an Displays hängen und nicht in der Umgebung schweifen. Dem Dörfler fällt das auf ...

Doch manchmal werden wir auch rechts überholt. Oder ignorieren aus unerfindlichen Gründen Dinge, die unseren Alltag bereichern würden. So muss ich mich jetzt als wahrscheinlich letzte Bloggerin outen, die endlich "Österreich vegetarisch" von Katharina Seiser in ihren Händen hält. Obwohl das clubzimmer in vegetarisches Blog ist, begegne ich Kochbüchern mit dem Zusatz vegetarisch zunächst einmal mit einem Grundmisstrauen. Zu oft sind diese Kochbücher aus dem Gefühl eines Defizits heraus entwickelt, quasi spassbefreit. Das trifft auf diese vegetarische Reihe ausdrücklich NICHT zu. Und nachdem "Deutschland vegetarisch" zu einem der Lieblingskochbücher des clubzimmers geworden ist und auch "Italien vegetarisch" seinen Weg aufs Land gefunden hat, musste nun natürlich auch der Erstling her. Und damit das nächste Lieblingskochbuch! Auch hieran mag ich den Ansatz besonders gerne, Klassiker neu - eben vegetarisch - zu interpretieren und das ohne "Ersatzprodukte", sondern mit ganz viel Feingefühl und Geschmack. 

Es sind auch hier die ganz einfachen Gerichte, die mich spontan begeistert haben. So wie dieses Erdäpfelgulasch. Braucht quasi nichts - also Kartoffeln und Zwiebeln - nur ein bisschen Zeit und Liebe und Simsalabim: Man hat ein wunderbares Essen auf dem Tisch!

Rezept für zwei Personen

4-5 festkochende rohe Kartoffeln, geschält, in gleichmäßigen Stücken
4-5 Zwieblen in feinen Ringen
3 fein gehackte Knoblauchzehen
Pflanzenöl
1/2 TL Kümmel
1/2 TL getrockneten Majoran
1 TL Tomatenmark
2 TL Paprikapulver 
Weißweinessig
Salz
 

Zubereitung
Etwas Pflanzenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelringen darin langsam hellbraun schmoren - das kann ca. 20 Minuten dauern. Dann den Knoblauch, Kümmel und Majoran hinzugeben, kurz mitanbraten, das Tomatenmark und Paprikapulver einrühren und mit etwas Wasser ablöschen. Mit einem Spritzer Essig und Salz würzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. 

Dann die Kartoffelstücke hinzugeben und alles knapp mit Wasser bedecken. Bei kleiner Hitze ca. 30-40 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind und eine schöne Bindung zu den Zwiebeln und der Flüssigkeit haben. 
Eventuell mit Salz nachwürzen und servieren. 

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

1 Kommentar:

  1. Hihi, ich bin Großstädter und mir fallen die verstöpselten Städter durchaus auf. Wahrscheinlich verläuft die Trennlinie in diesem besonderen Fall nicht zwischen urban/ländlich, sondern smartphone-Besitzer/smartphone-los. Oder auch nicht.
    Absolut einig sind wir uns jedenfalls beim Kartoffelgulasch. Danke für die Erinnerung! Das wollte ich schon lange mal wieder kochen. Mjam.

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