Donnerstag, 24. Juli 2014

Marinierte Sardinen


 Darf ich vorstellen? Unser Sommerfisch 2014: Die Sardine! Ich gebe zu, besonders innovativ ist das nicht. Aber erstens muss Essen nicht innovativ, sondern zweitens vor allen Dingen lecker sein. Und das Kriterium erfüllen Sardinen. 

Sardinen sind in der Küche unglaublich vielseitig zu verwenden: Man kann sie braten, füllen oder eben marinieren, sie schmecken in der Pasta ebenso wie ganz aus der Pfanne. 

Doch vor den Preis hat der liebe Gott - oder wer auch immer - eben den Fleiß gesetzt: Im Fall der Sardinen heißt das, dass man sie zunächst einmal präparieren muss, so man denn keine Filets kauft. Und da Filets kaufen einigermaßen unsportlich ist, haben wir uns diesen Sommer mal der Herausforderung gestellt, Sardinen selbst zu putzen und zu filettieren. Und das ist gar nicht so schwer, wie gedacht: Man öffnet die Sardinen mit einem Schnitt auf der Bauchseite vom Kopf bis zum Schwanz und entfernt die Eingeweide. Dann schneidet man den Kopf ab, legt die Sardine mit dem geöffneten Bauch nach unten auf das Küchenbrett, fährt ihr mit vorsichtigem Druck die Wirbelsäule entlang, so dass sie an Haltung verliert, dreht sie um, löst die Wirbelsäule am ehemaligen Kopfende vom Fleisch, schneidet sie am Schwanz ab, fertig! Dann noch vorsichtig abwaschen und trocken tupfen und dem Sardinen-Vergnügen steht nichts mehr im Wege!

Bei uns gibt es heute in einem Essig-Sud marinierte Sardinen, die sich mindestens 12 Stunden in ihrer Marinade gesuhlt haben. Das können die auch gerne mehrere Tage machen (dann im Kühlschrank), also mal wieder ein Gericht, das sich hervorragend vorbereiten lässt. Der Geschmack erinnert ein wenig an Brathering - aber natürlich viel köstlicher!

Rezept für eine Schale

500g frische Sardinen
Mehl (bei uns Semola, es geht aber jedes andere Mehl)
Pflanzenöl
Salz
Pfeffer
2 weiße Zwiebeln in feinen Ringen
8 EL Weißweinessig
4 Lorbeerblätter

Zubereitung
Die Sardinen wie beschrieben vorbereiten. In einer Pfanne reichlich Planzenöl erhiten. Die Sardinen in Mehl wenden (immer so viel, wie in die Pfanne passen) und portionsweise von beiden Seiten jeweils 2 Minuten anbraten, bis sie goldbraun sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und nebeneinander in eine Schale oder auf einen Teller legen.

Wenn alle Sardinen gebraten sind, die Zwiebelringen in dem Fett anbraten, so dass sie weich, aber nicht braun werden. Mit dem Essig ablöschen, 1 Minute sprudelnd aufkochen und dann den Sud über die Sardinen gießen. Die Lorbeerblätter hinzugeben und mit Alufolie abdecken. Mindestens 12 Stunden ziehen lassen, im Kühlschrank halten sich die Sardinen auch mehrere Tage. Dann zwei Stunden vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen und Zimmertemperatur annehmen lassen. 


Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Rezept aus Marcella Hazan "Die klassischer italienische Küche", Collection Rolf Heyne

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