Dienstag, 1. Juli 2014

Sommer-Caponata

Auf Sizilien isst man nicht nur herrlich Fisch und Pasta, sondern auch Gemüse in besonderer Vielfalt, Güte und Zubereitung. Natürlich sieht man gerade im Frühling - und zu der Jahreszeit haben wir die Insel in diesem Jahr bereist - welch üppige Fruchbarkeit das Land bereit hält. Dieses wird (leider) zum Teil auch in hohem Maße großindustriell ausgenutzt, die viele Hektar bedeckenden Gewächshäuser der Edeka´s & Co. verschandeln weite Landstriche im Süden. Natürlich ist das nur die eine Seite, spätestens wenn ich im November im heimischen Supermarkt stehe, freue ich mich über gutes Gemüse aus dem Süden Europas.

Doch viel schöner sind die Ecken - von denen es zum Glück noch reichlich gibt - der Insel, auf der Gemüseanbau auf althergebrachte, traditionelle Art und Weise betrieben wird und es nicht in erster Linie um Schnelligkeit und Masse, sondern um Güte und Klasse geht. 


Besonders entzückt haben mich in diesem Frühjahr die Artischockenfelder, die ich so noch nicht gesehen habe!


Kein Wunder, dass für die Sizilianer Gemüse nicht nur Beilage ist, sondern in vielen Gerichten die Hauptrolle spielt. Ein ganz besonders charakteristisches Rezept ist die Caponata, für die verschiedene Gemüse getrennt voneinander zubereitet werden und dann in einer süßsauren Marinade zusammenkommen.

Für die Caponata werden die Gemüse genommen, die gerade Saison haben. Abgrundet wird eine Caponata mit Pinienkernen und Sultaninen - ebenfalls Klassiker der sizilianischen Küche. 

Da die Gemüse getrennt voneinander zubereitet werden müssen, sollte man für die Zubereitung etwas Zeit einplanen. Dafür kann man eine Caponata auch hervorragend auf Vorrat vorbereiten, denn ganz ehrlich: Je länger sie zieht, um so besser wird sie!



Rezept für vier Personen

1 große Aubergine in Würfeln
100g schwarze Oliven, entkernt
50g Pinienkerne, geröstet und gehackt
1 Zwiebel in Würfeln
2 Stangen Sellerie in Würfeln
1 EL Tomaten-Passata
1 EL Zucker
5 EL Rotweinessig
1/2 Fenchelknolle in Würfel
1 Zucchini in Würfeln
3 große Tomaten in Würfeln
1 Bund Basilikum
50g Sultaninen
Salz
Pfeffer
Olivenöl
Pflanzenöl

Zubereitung
Achtung: Wir kochen klassisch italienisch. Das heißt, dass sämtliche Würfel annähernd gleich groß sein sollten. 

Die Auberginenwürfel müssen zunächst einmal mit Salz bestreut und in einem Sieb ca. 2 Stunden entwässert werden. Danach drückt man sie behutsam aus. 

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Selleriewürfel zusammen mit den Oliven vorsichtig anschwitzen und die Tomaten-Passata einrühren. Zucker und Essig miteinander verühren, hinzugießen und einmal aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und in eine große Schüssel geben. 

In einen Topf mit hohen Rand reichlich Pflanzenöl einfüllen (ca. 4 cm hoch) und erhitzen. Wenn sich an einem Holzlöffel kleine Bläschen bilden, ist das Fett heiß genug, um die Fenchelwürfel hineinzugeben und 1-2 Minuten zu frittieren, bis er weich und goldgelb ist. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Den Vorgang dann mit den Auberginenwürfeln und abschließend den Zucchiniwürfeln wiederholen.

Das gesamte frittierte Gemüse dann mit den Tomatenwürfeln in die Schüssel mit der Zwiebel-Sellerie-Mischung geben. Die gezupften Basilikumblätter gemeinsam mit den Sulaninen, den Pinienkernen und etwas 100ml Olivenöl ebenfalls in die Schüssel geben. Behutsam durchmischen, mit einer Frischhaltefolie abdecken und mindestens zwei Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. 

Wir haben dazu frisches Fladenbrot gemacht, in das wir die Caponata gefüllt haben. Selbstverständlich kann man die Caponata auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch essen. 


Lasst es Euch schmecken, 
Euer clubzimmer! 

Rezept nach Giorgio Locatelli "Sizilien. Das Kochbuch", Christian Verlag

1 Kommentar:

  1. das sieht köstlich aus und die Idee, das im Fladenbrot zu essen, gefällt mir besonders gut!

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