Mittwoch, 18. Dezember 2013

Linse mit Spätzle

... so schallt es nämlich, wenn ein Schwabe nach einer seiner Leib- und Magenspeisen verlangt. 

Zum nachhaltigen Wohlbefinden eines Schwaben - selbst wenn er schon lange im selbstgewählten, norddeutschen Asyl lebt - ist es nämlich unumgänglich, regelmäßig mit "Linse mit Spätzle" versorgt zu werden. Unter anderem. Neben den Käsespätzle und dem geriebenen Kartoffelsalat. Und Gaisburger Marsch und gerne auch mal Bubespitzle mit Sauerkraut. Dann ist der Schwabe rundherum zufrieden und so soll es schließlich sein!

Allerdings müssen es die "richtigen" Linse sein. "Unrichtige" Linsen, die vielleicht moderner, weil ausgewogener im Geschmack und leichter in punkto Kaloriengehalt daher kommen, werden zwar pflichtschuldigst probiert, aber dann knurrend und bestimmt abgelehnt.

Deshalb werden heute wieder die richtigen "Linse mit Spätzle" gekocht. Sozusagen Linsen mit Spätzle 1.0, die Urversion nach alter familärer Überlieferung. 

Ganz wichtig für den richtigen Wohlgeschmack ist es, den Linsen viel Zeit miteinander zu geben. Das bedeutet, dass sie im clubzimmer bereits am Vortag angesetzt werden, um so gut durchzuziehen und zu einer homogenen Sauce verschmelzen zu können. Zum Essen am nächsten Tag müssen sie lediglich noch einmal aufgewärmt und dann mit der Einbrenne noch mal aufgekocht werden. Dann haben sie die richtige Wohligkeit und der clubchef ist zufrieden!


Rezept für zwei Personen 

250g Tellerlinsen
1 kleine, fein gehackte Zwiebel
1 mittelgroße Möhre in kleinen Würfeln
1 Stange Staudensellerie in kleinen Würfeln
Sonnenblumenöl
Rotweinessig
1 l warme Gemüsebrühe
2 Lorbeerblätter

4 EL Butter
1 EL Mehl

Salz
Pfeffer
1 EL mittelscharfen Dijon-Senf

Spätzle nach diesem Rezept, diesmal handgeschabt
Butter

Zubereitung
Am Vortag die Linsen aufsetzen. Hierfür etwas Sonnenblumenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel glasig anschwitzen. Die Möhrenwürfel hinzugeben und 2-3 Minuten ebenfalls anschwitzen, dann kommen die Selleriewürfel und werden auch 2-3 Minuten mit angeschwitzt. Ist das Gemüse angeschwitzt, schüttet man die Tellerlinsen hinzu und rührt sie um, so dass sie gut mit Öl überzogen sind. 
Mit ordentlich Rotweinessig ablöschen (bei uns sind das bestimmt 8 EL), die Lorbeerblätter hinzugeben und mit einer Kelle Gemüsebrühe auffüllen. Über eine Stunde leise ohne Deckel vor sich hinköcheln lassen, dabei immer wieder Gemüsebrühe hinzugeben. Nach einer Stunde sollten die Linsen die Konsistenz einer Sauce haben, also nicht mehr in der Brühe schwimmen, aber auch nicht trocken sein. Nun den Topf bis zum nächsten Tag zugedeckt beiseite stellen.

Die Linsen am nächsten Tag wieder aufstellen und für 10 Minuten gut durchkochen lassen, eventuell noch etwas Flüssigkeit nachfüllen - das kann auch Wasser sein - wenn sie zu trocken geworden sind. 

Den Spätzlesteig vorbereiten und einen großen Topf mit Wasser aufsetzen. Der Spätzlesteig darf, wenn man ihn schaben möchte, nicht zu flüssig sein, da er sonst vom Spätzlesbrett fließt und es eine große Sauerei, aber weniger gute Spätzle gibt.

Die Einbrenne vorbereiten, in dem man in einem kleinen Topf die Butter bei schwacher Hitze schmilzt und dann das Mehl hinzugibt. Das Mehl mit einem Schneebesen in die Butter rühren und diese Flüssigkeit (wenn es zu trocken ist, noch etwas Butter hinzugeben) unter Rühren bräunen. Wenn die Einbrenne eine dunkelbraune Farbe angenommen hat, wird sie zu den Linsen gegossen und gleich eingerührt. 

Die Linsen nun mit Senf, Essig, Salz und Pfeffer abschmecken, abstellen und abdecken.

Wenn das Wasser für die Spätzle kocht, wird es großzügig gesalzen und das Spätzlesbrett mit kaltem Wasser gut durchfeuchtet. Mit einem großen Löffel eine Portion Teig auf das nasse Brett geben und rasch mit einem Spätzlesschaber in Streifen in das kochende Wasser schaben. Aufkochen lassen, die Spätzle herausnehmen, in kaltem Wasser abschrecken und gut abgetropft auf einen großen Teller lagern. Wenn alle Spätzle geschabt sind, in einer großen Pfanne etwas Butter zerlassen und die Spätzle darin schwenken. 

Auf Teller verteilen und mit den "richtigen" Linse bedecken.

Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

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