Donnerstag, 19. Dezember 2013

Bill Granger, "Lust zu kochen?" - mit ihm immer!

Könnt Ihr diesem Lächeln widerstehen? Wohl kaum. Sollte Ihr auch nicht. Denn dann würde Euch ein Kochbuch entgehen, das richtig Freude bereitet und ein großes Potpourri an Rezepten bereit hält.



Bill Granger ist so etwas wie Australiens Jamie Oliver oder Tim Mälzer, weil er ebenfalls für eine einfache, aber vielseitige Küche steht und seine Passion in Kochshows und -büchern vermittelt. In Deutschland ist er einem breiterem Publikum seit seinem wunderschönen "Easy Asia", das im letzten Jahr die Welle durch die Blogger-Welt machte, bekannt. "Lust auf Kochen" ist bereits 2010 erschienen, das heißt es ist ein Vorgänger von "Easy Asia".

Er ist kein geborener Koch, seine Leidenschaft galt zunächst der Kunst, bis er  Anfang der 90er Jahre seine Liebe zum Kochen entdeckte. Da er auch ein Mann der Tat ist, eröffnete er auch im Handumdrehen sein erstes Restaurant in Sydney, dem weitere in Australien, Japan und UK folgten. 

Diese schöpferische Kraft und hemdsärmelige Haltung macht für mich auch den Charme seiner Kochbücher aus. Da wird nicht ausschweifend herum philosophiert oder gar missioniert, das Kochen bleibt Handwerk und ist kein Zauberwerk, die Zubereitung bewegt sich in der Regel im machbaren, alltäglichen Rahmen. 

Ebenso wie in "Easy Asia" begleitet auch in diesem Buch jedes Rezept ein kurzer Kommentar oder Hinweis. Das verleiht ihm eine angenehme, persönliche Note, die niemals aufdringlich ist oder etwas mit Selbstbeweihräucherung zu tun hat.

Zwischenfazit Tonalität: Sehr angenehm

Jetzt bin ich schon gleich ins Inhaltliche gerutscht, obwohl es doch die Optik ist, die einen ersten Eindruck vermittelt und über die ich eigentlich zuerst berichten wollte. Doch eben diese Optik zieht mich sogleich ins Buch, denn die Gestaltung ist sehr klar - jedem Rezept ist eine Seite Platz gegeben - und fröhlich farbig, ohne schreiend bunt zu sein. Kleines Gemäkel, das aber auch meiner zunehmenden Altersblindheit zuzuschreiben ist: Manchmal ist mir der Text zu hell gesetzt, das kann ich schlecht lesen. 

Die Photos von John Kernick sind großartig. (Fast) jedes Rezept hat ein Photo, in dem es einfach, aber wirkungsvoll in Szene gesetzt wird und man nur mühsam den Reflex unterdrücken kann, sogleich mit dem Nachkochen zu beginnen. Die angenehm unprätentiöse Art von Bill Granger zeigt sich auch darin, dass es bis auf das Titelbild kaum mehr Photos von ihm im Kochbuch zu finden sind. 

Zwischenfazit Look & Feel: Mitreißend

"Lust zu kochen" unterteilt sich in die Kapitel "Frühstückshits", "Mittagssnacks", "Kuchen, Kekse & Co.", "Familienzeit", "After Work Favoriten", "Low Budget Küche", "Zum Einfrieren", "Kochen für Freunde" und "Süße Träume". Wirklich eingängig und trennscharf finde ich diese Einteilung nicht. Die Zuordnung der Rezepte erscheint mir dementsprechend willkürlich. Immerhin gibt es ein anständiges Register, so dass man auf diesem Weg Orientierung findet. Leider gibt es kein Lesebändchen und auch keinen Umschlag, den man als Lesezeichen nutzen könnte. 

Zwischenfazit Struktur & Ordnung: Sagen wir mal kreativ

Die insgesamt 128 Rezepte stellen einen bunten Querschnitt durch die asiatische, europäische, australische und südamerikanische Küche dar. Es finden sich ganz einfache Anleitungen zu Klassikern wie Kartoffelpüree ebenso wie kreative Fusion Gerichte wie Thunfisch mit marokkanischem Relish. 
Viele Rezepte haben einen besonderen Twist, der in besonderen Gewürzen oder Zubereitungsmethoden besteht. Allein gemein ist, dass sie lecker schmackig klingen (und aussehen) und die Geschmacksnerven in genau richtigem Maß ansprechen. 

Und da es eben ein Kochbuch von Bill Granger ist, sind die Anweisungen präzise, die Zubereitung erfordern keine ausgewiesenen Kochkünste, sondern eben Spaß am Umgang mit Lebensmitteln und Gewürzen, die Zutatenlisten sind übersichtlich.

Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten: Der Fleischesser ebenso wie der Vegatarier, der süße Zahn oder der Liebhaber würziger asiatischer Leckereien. 

Zwischenfazit Rezepte: Inspirierend

Ergo: Ein Kochbuch für die Menschen, die gerne kochen und schwelgen, dabei anspruchsvoll in punkto Geschmack und Abwechslung sind, aber keine Wert auf Showküche legen. Eines der Lieblinge im clubzimmer!

Bereits nachgekocht

Misofisch mit Frühlingszwiebeln und Sesam
So einfach und schnell und geschmacklich wirklich eine Offenbarung - guten Fisch vorausgesetzt. Funktioniert übrigens auch auf dem Grill!

Süßes Chili-Relish
Der erste Versuch des clubzimmers, ein Relish zu machen und dank dieser Anleitung hat es auch geklappt, bingo, Prinzip verstanden!


Röstbrot mit Avocado, Garnele & Fenchel
Ihr wisst, einer guten Stulle kann ich kaum widerstehen und diese hier ist köstlich! Auf die Kombination wäre ich im Leben nicht selbst gekommen, deshalb: Danke Bill!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen