Dienstag, 13. Mai 2014

Eier in Senfsauce




Stevan Pauls "Deutschland vegetarisch" ist im clubzimmer den letzten Monaten wirklich zum absoluten Dauerbrenner geworden, es vergeht eigentlich keine Woche mehr, in der wir nicht mindestens ein Gericht aus diesem wunderbaren Kochbuch kochen. 

Das liegt nicht nur daran, dass die Rezept so wunderbar schmackig und abwechslungsreich sind und sich hervorragend nachkochen lassen. Darüber hinaus finden sich so viele Klassiker, die in uns Kindheitserinnerungen wachrufen, weil sie die Küche unserer Mütter und Großmütter abbilden. 

Mit diesen Rezepten ist es so eine Sache: Einerseits jauchzt man auf vor Freude, das ein und andere wieder zu entdecken. Andererseits ist man höchst skeptisch, ob sich der Kindheitsgeschmack auch tatsächlich reproduzieren lässt oder ob der neuzeitliche Versuch nicht in einer großen Enttäuschung endet. 

Eier in Senfsauce ist genauso ein Gericht. Ganz viel Kindheitserinnerungen an große, senfige Saucenseen mit leckeren, hartgekochten Eiern, ein unverwechselbarer Geschmack, nie zu scharf, leicht süß, aber auch säuerlich. Vor Jahren hatte ich schon einmal versucht, das ohne Rezept nachzukochen - der Versuch war so jämmerlich, dass er nie wieder wiederholt wurde. 

Doch nun - beflügelt von den vielen Erfolgserlebnissen, die mir dieses Kochbuch schon beschert hat - ein neuer Angang. Mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, denn dazu soll es Bratkartoffeln geben. Und Bratkartoffeln sind in meiner Familie eine heilige Angelegenheit. Denn "Brats" - so werden sie liebevoll genannt - richtig zuzubereiten, ist eine höchst anspruchsvolle Tätigkeit, bei der viel schief gehen kann. Deshalb liegt das auch im Verantwortungsbereich meines Vaters, der ansonsten in der Küche nichts verloren hat - nur die "Brats". die macht er. Logisch, dass ich mich bei dieser Prägung kaum an die eigene Bratkartoffelpfanne traue!

Doch dank der wie immer glänzenden Anleitung kann ich nun vermelden: Mission accomplished! Senfsauce schmeckt wie früher, Bratkartoffeln waren wundervoll knusprig, wohliges Schweigen beim Schmausen!

Rezept für zwei Personen

4 hartgekochte Eier

6 am Vortag gekochte, hartkochende Kartoffeln in dickeren Scheiben
1 Zwiebel, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gehackt
Bratbutter
Salz
1 EL feingehackte Petersilie

Senfsauce
Butter
1/3 Salatgurke, geschält, entkernt in kleinen Würfeln
1 feingehackte Zwiebel
Mehl
200ml Gemüsebrühe
100ml Milch
100ml Sahne
1 EL Schmand
1-2 EL Senf (je nach gewünschtem Schärfegrad)
Salz
Pfeffer
Weißweinessig
Zucker

Zubereitung
Bratfett in einer großen Pfanne erwärmen und die Kartoffelscheiben möglichst nicht überlappend hineinlegen. 4-5 Minuten ohne zu wenden (!) braten, wenn sich eine erste leichte Bräunung zeigt, vorsichtig umdrehen und weitere 15-20 Minuten braten und nur wenig wenden. Wenn sie rundrum eine zarte Bräunung angenommen haben, die Zwiebeln hinzugeben. 
Die Bratkartoffeln sind fertig, wenn sie von beiden Seiten schön knusprig sind. Sie werden erst direkt vor dem Servieren gesalzen und mit Petersilie bestreut. 

In einem Topf die Butter erwärmen und die Zwiebel und die Gurkenwürfel anschwitzen. Mit einen gehäuften Esslöffel Mehl bestreuen und mit der Gemüsebrühe unter ständigem Rühren aufgießen. Dann die Milch und die Sahne hinzugießen und 4-5 Minuten köcheln lassen. Schmand und Senf hinzugeben, mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und ein paar Spritzern Weißweinessig abschmecken. 

Die Eier halbieren, mit Bratkartoffeln und Sauce auf die Teller geben. 



Lasst es Euch schmecken,
Euer clubzimmer!

Kommentare:

  1. dass ich genau so begeistert bin von dem Buch brauche ich - glaube ich - nicht mehr zu erwähnen! :-)

    Schön, dass du uns in die Familiengeheimnisse eurer 'Brats' einweihst.

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  2. ;-) ein wohlbehütetes Familiengeheimnis ....

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