Dienstag, 24. September 2013

Neil Perry, "Asia Food" - ein Schmuckstück

Ganz ehrlich: Schon allein aufgrund seiner Optik und Wertigkeit muss man dieses Kochbuch einfach haben wollen!



Die Collection Rolf Heyne hat sich mit "Asia Food" von Neil Perry aus dem Jahr 2009 nicht lumpen lassen und ein Kochbuch aufgelegt, das mit jeder Seite wesentliche Charakterzüge der asiatischen Küche vermittelt: Einerseits die Opulenz, die in dem Gebrauch unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, Gewürze und Kräuter liegt und anderseits die Feinheit des Geschmacks, die sich aus dieser virtuosen Fertigkeit ergibt. 

Ich habe selten ein so hochwertiges Kochbuch in den Händen gehalten. Sogar das Lesebändchen ist doppelt so breit wie herkömmlich! Die Seiten sind in einem zarten Grau gehalten, auch die Schrift ist nicht tiefschwarz, sondern dunkelgrau.

Auch die Fotoauffassung passt zum edlen Eindruck: Das Essen ist auf hochwertigem Porzellan angerichtet, die Lichtstimmung ist gedämpft und zurückhaltend. Neben den Foodphotos finden sich historische Porträts, die sehr gut in den Gesamtauftritt passen.

Zwischenfazit Look & Feel: Herausragend

Doch natürlich ist der schöne Schein nicht alles. Doch bei "Asia Food" entspricht er dem, was das Lesen der Einleitung und der Rezepte offenbart: Einer tief empfundenen Verbundenheit und Liebe zur asiatischen Küche, die das Leben und Schaffen von Neil Perry prägt. 


Neil Perry zählt zu den Topköchen Australiens und betreibt in Sydney und Melbourne mehrere asiatische Restaurants bzw. Bistros und entwickelt für die Flugline Quantas die Menüs der First & Business Class. 


Sein Zugang zur asiatischen Küche ist ein sehr persönlicher und dieses persönliche Involvement kann er dem Leser in den einleitenden Texten zu den Kapiteln und den Rezepten sehr gut auf eine überaus sympathische Art und Weise vermitteln.


Zwischenfazit Tonality: Angenehm


"Asia Food" ist nicht als "Easy Asia" gedacht, sondern als ein Standardwerk der asiatischen Küche, in dem sich die besten Rezepte aus Thailand, China, Japan, Indonesien, Korea und Malaysia finden. Hierbei liegt aufgrund seiner persönlichen Vorlieben ein klarer Schwerpunkt auf der chinesischen Küche. 

Neben den einzelnen Rezepten enthält "Asia Food" auch verschiedene Vorschläge für festliche Menüs, die aufzeigen, worin die Besonderheit der Komposition asiatischer Menüs liegt. 

"Asia Food" ist aber nicht nur eine schier unendliche Sammlung unterschiedlicher Rezepte, die weit über den bekannten Standard hinausgehen, sondern auch auch ein Werk, das in die Zubereitungs- und Garmethoden der asiatischen Küche einführt und deren jeweiligen Spezifika vermittelt. Das Angenehme: Es ist ein Lehrbuch, ohne belehrend zu sein!


Zwischenfazit Wissenswertes & Rezepte: Umfassend

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es dennoch, doch der liegt im Konzept begründet: Die Rezepte sind selten ad hoc nachkochbar. Selbst im clubzimmer, das wirklich gut mit asiatischen Saucen und Gewürzen ausgestattet ist, fehlen so einige Zutaten - die man auch nicht im Edeka um die Ecke herhält. 
Aber "Asia Food" erhebt ja auch gar nicht den Anspruch, Platz in der Alltagsküche zu erhalten, sondern eine Art von Bibel für die asiatische Küche zu sein, deshalb empfinde ich den Aufwand, den man zum Nachkochen erheben muss, auch nicht wirklich als Manko - auch wenn wir tatsächlich deshalb erstmal nur die ganz einfachen Rezepte nachgekocht haben!

Zwischenfazit Nachkochbarkeit: Nicht ganz einfach

Mein Fazit: "Asia Food" schmückt nicht nur jedes Bücherregal, sondern ist tatsächlich ein Nachschlagewerk, in dem man gerne schmökert und das große Lust macht, die asiatische Küche für sich zu entdecken. I love it!

Bereits nachgekocht

Kalmar mit Chili und Meersalz
Easy und total köstlich: Kalmarstreifen in gewürztem Mehl wenden, frittieren, mit Zitrone und frischem Koriander genießen!

Seidentofu mit Sichuaner Salz & Pfeffer
Genau das gleiche Prinzip wie beim Kalmar und ähnlich lecker - wenn man Tofu mag!




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